Wanderung zur Basteibrücke (HSP-on-tour)

Ich möchte euch diesmal in eine Landschaft entführen, die mich in ihrer Ursprünglichkeit und Wildheit an die Märchen- und Sagenwelt meiner Kindheit erinnert. Die abwechslungsreiche Reise geht dabei in die Sächsische Schweiz. Dort ist das Ziel die Basteibrücke, die einen wunderschönen Rundblick über das Elbsandsteingebirge und das Elbtal für den geneigten Wanderer bereithält. Der Startpunkt der Wanderung ist der Wanderparkplatz am Elbufer in der Stadt Wehlen. Es ist ein wunderschöner, sonniger Wintertag kurz vor Weihnachten 2021.

Stadt Wehlen

Die Stadt Wehlen ist ein schmuckes Städtchen an der Elbe. Sie macht ebenfalls einen sehr aufgeräumten und freundlichen Eindruck. Ich mache mich den Wegweisern folgend in Richtung Bastei auf den Weg. Über einem Torborgen entdecke ich indes die Inschrift:

„Du sonniges Wehlen, du Perle der Schweiz. Du liebliches Städtchen mit eigenem Reiz. Du bist für mich alt, doch stets wieder neu. Du sonniges Mehlen, die halt ich die Treu“ – Hede Willecke

Letzte Einkehr vor Grund und Bastei

Es geht vorbei an einer Burgruine, die sich als Ziel für zukünftige Erkundungen anbietet. Nach nicht allzulanger Zeit führt die Straße in den Wald.

Wehlener Grund und Höllengrund

Anfangs noch sonnenbeschienen schneidet sich das Tal tiefer in den Sandstein. An der nächsten Kreuzung mache ich einen Abstecher um das Lichtspiel der mittäglichen Wintersonne zwischen den Bäumen zu fotografieren.

Der Wanderweg verlässt die Straße und führt tiefer in den Wald. Es geht durch dunkle und moosbewachsene Klüfte, wo der einsame Wanderer im Halbdunkel der schwachen Wintersonne nur durch das Knirschen seiner eigenen Schritte im Schnee begleitet wird.

Die Landschaft hat etwas magisches und unwirkliches. Außerdem glaube ich, dass einige der Märchenfilme aus meiner Jugend im Elbsandsteingebirge gedreht wurden. Ob hier wohl Fabelwesen leben? – Feen, Elfen und Trolle… MONSTER! Ich hätte nicht „The Witcher“ schauen und dann ein paar Tage später durch den Märchenwald wandern sollen. 😉

Rastplatz Steinerner Tisch

Nach einem Anstieg öffnet sich das Tal und ich erreiche schließlich eine mit Buchen bewaldete Hochebene. Im lichten Buchenwald empfangen mich ebenfalls wieder die wärmenden Strahlen der Wintersonne. Ich setzte die Wanderung weiter Richtung Bastei fort und komme dabei am Rastplatz „Steinerer Tisch“ vorbei, welcher nach meinen Recherchen im Jahre 1710 anlässlich einer herrschaftlichen Jagd errichtet wurde.

Wehlsteinaussicht

Kurz vor der Bastei trifft der Wanderweg auf die Zufahrtstrasse zum Berghotel. Neben der Strasse gibt es indes einen ersten Aussichtspunkt, der einen Vorgeschmack auf das atemberaubende Panorama der Basteibrücke bietet.

Ferdinandstein und Basteibrücke

Vom Berghotel führt der Weg in Stufen zur Basteibrücke, doch zuerst zweigt seitlich ein Weg zum Ferdinandstein ab. Oben angekommen eröffnete sich eine wunderbare Rundsicht über das ganze Felsmassiv, die Gipfel der sächsischen Schweiz und die Basteibrücke. Der Blick schweift zuerst über das Tal hinweg auf die markanten Zinnen der Kleinen Gans. Dann geht der Blick Richtung Osten über die vielen Gipfel der Schweiz. Zuletzt geht der Blick zur Felsenburg Neurathen und die Basteibrücke. Ich kenne dieses Motiv eher als Hintergund meines Windows – Rechners. In Natur und 3D ist der Anblick noch imposanter. Im Hintergrund erhebt sich der imposante Lilienstein. Doch nun geht es hinüber zur Basteibrücke.

Das Licht der schwindenden Sonne fällt durch eine Felsspalte und schafft so ein außergewöhnliches Fotomotiv. Des Weiteren weckt ein „Charakterbaum“ mein fotografisches Interesse. Über die Basteibrücke hinweg geht es schließlich zur Felsenburg Neurathen.

Felsenburg Neurathen

Die Felsenburg Neurathen wurde zuerst im Jahre 1289 urkundlich erwähnt. Da die meisten Bauten der Burg aus Holz waren, sind heute nur noch die aus dem Fels gehauenen Burgteile erhalten. Dabei bieten die metallen Stege auf dem rekonstruierten Burggelände ein paar tolle Fotospots. Ich fotografiere den Ferdinandstein auf dem ich eben noch war. Zudem versuche ich das beindruckende Panorama einzufangen. Die Sonne geht langsam unter und es wird Zeit sich auf den Rückweg zu machen.

Kanapee und Tiedgeaussicht

Auf dem Rückweg gibt es einen Aussichtspunkt namens Kanapee, welcher eine wunderbaren Blick über das Elbtal und hinüber zum Lilienstein bietet. Der Abstieg führt über breite in den Fels gehauene Stufen vorbei an der Tiedgeaussicht. Dort schaffe die Strahlen der untergehenden Sonne wieder ein magisches Lichtspiel. Ein weiterer, grandioser Blick über das Elbtal eröffnet sich.

Elbufer

Am Ende des Abstiegs erreiche ich schließlich Rathen und das Elbufer. Zurück geht es an der Elbe im Sonnenuntergang. Hoch oben über dem Tal thronen die Gipfel der Schweiz. Nach ein paar Kilometer an der Elbe reichte ich wieder die Stadt Wehlen und mein Auto.

Ich hatte wirklich, dank Wetterbericht, das perfekte Wetter erwischt. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und auch die anderen Gipfel und Täler der sächsischen Schweiz erkunden.

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